GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG WBV BB & FABLF BB
Waldzustandsbericht 2025: Brandenburgs Wälder so geschädigt wie nie zuvor
Waldbesitzer fordern verlässliche politische Rahmenbedingungen für Waldumbau und Jagdrecht
Potsdam, 03. März 2026 – Mit der offenbar unbeabsichtigten Veröffentlichung des Waldzustandsberichts 2025 am 16. Januar 2026 ist klar: Der Gesundheitszustand der brandenburgischen Wälder ist so schlecht wie selten zuvor. Fast 40 Prozent der Waldfläche weisen deutliche Schäden auf, nur noch 8 Prozent gelten als gesund. Im Durchschnitt fehlen den Bäumen inzwischen rund 28 Prozent ihrer Nadeln oder Blätter – ein neuer Höchstwert.
Fast jeder dritte Baum ist sichtbar geschwächt. Weniger Blätter und Nadeln bedeuten weniger Photosynthese, weniger Energie und damit geringere Widerstandskraft gegen Hitze, Trockenheit oder Schädlinge.
Hauptursache bleibt der Wassermangel. Auf die extremen Dürrejahre 2018, 2019, 2020 und 2022 folgte 2025 erneut ein sehr trockenes Frühjahr. Der regenreiche Juli kam vielerorts zu spät. Gleichzeitig führten Spätfröste im April und Mai zu zusätzlichen Schäden. In manchen Regionen wurden Bodenwasservorräte gemessen, die zu den niedrigsten seit Beginn der Aufzeichnungen gehören.
Besonders betroffen sind die Hauptbaumarten:
Die Kiefer, die rund 69 Prozent des Waldes ausmacht, weist zu 29 Prozent deutliche Schäden auf. Bei der Eiche zeigen sogar 75 Prozent der Flächen deutliche Schäden, nur 1 Prozent ist noch ohne erkennbare Beeinträchtigung. Auch die Buche bleibt kritisch: 56 Prozent deutliche Schäden, über 90 Prozent der Flächen mit Kronenverlichtung.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Nur auf 57 Prozent der Waldfläche wachsen ausreichend Jungbäume nach. Viele junge Pflanzen werden vom Wild verbissen. Ohne Naturverjüngung keine Mischwälder – und ohne Mischwälder keine stabile Wasserhaltefähigkeit und keine wirksame Brandvorsorge.
„Waldeigentümer tragen die Verantwortung und das wirtschaftliche Risiko des Waldumbaus. Dafür brauchen wir ein praxistaugliches und rechtssicheres Jagdrecht.“, erklärt Malte Eberwein, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg. „Das Jagdrecht beeinflusst Grundwasserstabilität, Landschaftsresilienz und die Sicherheit im ländlichen Raum. Es geht um Gemeinwohl, nicht um Einzelinteressen.“
Rudolf Hammerschmidt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst Brandenburg ergänzt: „Der Waldzustand im Jahr 2025 ist ein deutliches Warnsignal. Wir erleben keine kurzfristige Schwächephase, sondern strukturelle Schäden“. Weiter betont er: „Wer klimaresiliente Mischwälder
will, muss Naturverjüngung ermöglichen – und dafür die richtigen jagd- und forstpolitischen Rahmenbedingungen schaffen.“
Appell an die neue Landesregierung:
Angesichts des alarmierenden Waldzustands erwarten wir ein klares Bekenntnis zum Wald und zum ländlichen Raum.
Der Wald sichert Wasser, Klima, Arbeitsplätze und Sicherheit. Dafür braucht es jetzt verlässliche, praxistaugliche und rechtssichere Rahmenbedingungen – insbesondere für Waldumbau und Jagdrecht.
Die neue Landesregierung muss handeln. Der Zustand unserer Wälder lässt keinen Aufschub zu.